“Aus heiterem Himmel”: Eisbrocken stürzt in Vorgarten

28/ 04/ 2010 a las 6:40 | Publicado en Casuística, Daños, Materiales | Comentarios desactivados en “Aus heiterem Himmel”: Eisbrocken stürzt in Vorgarten
Eisblock So sieht der Eisbrocken aus, der in Hettstadt vom Himmel fiel.

Eisblock So sieht der Eisbrocken aus, der in Hettstadt vom Himmel fiel.

„Es hat sich angehört wie eine Silversterrakete, und dann hat es einen unheimlichen Schlag getan.“ So schildert die Postzustellerin Melanie Weimer (29) das, was sich am Dienstagvormittag gegen 9.30 Uhr in Hettstadt (Lkr. Würzburg) ereignete: Ein großer Klumpen Eis raste vom Himmel und zerschlug einen massiven Mauerstein in einem Wohngebiet.

Weimer hatte Glück: Sie stand nur wenige Meter entfernt, als der Brocken einschlug. „Ich war ziemlich erschrocken und habe gesehen, wie das Eis auf die Straße gesplittert ist.“ Die junge Frau brachte dem Anwohner Johannes Pfetscher gerade seine Post, als es einschlug. „Du hast da Eis im Garten.“Fast vier Stunden später deutet Pensionär Pfetscher (66) auf die Eisreste, die trotz der Mittagswärme immer noch neben einem kleinen Krater in seinem Blumenbeet liegen und allmählich schmilzen. Zwei breite Risse durchziehen den etwa ein Meter langen und 50 Zentimeter breiten Mauerstein, der direkt an einen Gehweg grenzt. Johannes Pfetscher schätzt das Gewicht des Eisklumpens auf 20 bis 30 Kilogramm.

Der Anwohner kann immer noch nicht begreifen, was in seiner Straße geschehen ist. „Ich habe schon mal große Hagelkörner gesehen, aber so etwas gab es hier noch nie.“ Drei Spaziergängerinnen machten den Hausbewohner auf den Einschlag aufmerksam. „Verrückt. Da klingelt jemand an deiner Tür und sagt: Du hast da Eis in deinem Garten.“ Der Pensionär reagierte geistesgegenwärtig, machte Fotos vom Absturzort und fror einige Eisstücke in seiner Tiefkühltruhe ein.

Dann rief er den Bürgermeister Eberhard Götz an und fragte, was zu tun sei. Der riet ihm, die Polizei zu verständigen. Woher kam das Eis? Postbotin Melanie Weimer aus Margetshöchheim schildert die Momente nach dem Einschlag: „Ich habe hochgeschaut und ganz weit entfernt ein kleines Flugzeug gesehen.“

Hettstadt liegt in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens. Einen technischen Defekt an einem Flugzeug vermutet Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit in Frankfurt. „So etwas kommt hin und wieder leider mal vor.“ Meistens sei die Ursache ein undichter Stopfen an der Wasserzufuhr einer Maschine, erklärt der Flugkapitän. „Über Stunden bilden sich kleine Tropfen, die in großer Höhe zu einem Klumpen gefrieren.“

Geht die Maschine dann in den Sinkflug, gerät sie in wärmere Luft und der Brocken löst sich. Bei der Deutschen Flugsicherung in Langen will man indes keine voreiligen Schlüsse ziehen. Die Behörde zeichnet die Positionen der Flugzeuge permanent auf. Sollte das Eis wirklich von einem Flugzeug stammen, könnte es schwierig werden den Übeltäter ausfindig zu machen, erklärt Sprecherin Kristina Kelek.

„Um festzustellen, welche Maschine das gewesen sein könnte, muss man die punktgenaue Uhrzeit wissen“, gibt sie zu bedenken. Nur Ermittlungsbehörden dürften auf die gespeicherten Positionsdaten zugreifen. Polizei: Vielleicht ein Meteorit? Dass es sich bei dem gefrorenen Substanz um Toilettenfäkalien handeln könnte, schließt Anwohner Pfetscher aus: „Das Eis ist ganz weiß.“

Die Polizei ist skeptisch, ob der Klumpen von einem Flugzeug stammt – „aufgrund seiner reinen Konsistenz ohne Verunreinigungen eher unwahrscheinlich“, steht im Polizeibericht. Die verdutzten Beamten haben dem Hettstädter geraten, das gefrorene Beweismaterial erst einmal gut aufzuheben – für eine spätere Analyse.

„Es besteht auch die Möglichkeit, dass es sich um einen sogenannten Megacryometeor (Riesen-Eis-Meteor) gehandelt hat“, spekulieren die Ordnungshüter am Nachmittag. Sie sprechen von etwa 500 Euro Schaden an der Mauer. „Die Haftpflichtversicherung zahlt mir das bestimmt nicht“, sagt Johannes Pfetscher nachdenklich. Gegen Flugzeugabstürze sei er ja schließlich auch nicht versichert.

Fuente: Mainpost.de

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